Was Samsung sein Internet@TV oder Philips das NetTV, das ist Panasonic das Viera Cast. Auch die Japaner haben sich der Fernseher mit Internet angenommen und bereits einige entsprechende Geräte vorgestellt. Da neue Technologien gelegentlich wegen komplizierter Bedienung nicht oder nur schwer akzeptiert werden, haben die Tüftler in Osaka ihren Fokus auf nutzerfreundliche und übersichtliche Funktionen und Menüs gelegt.
Ein einfacher LAN- bzw. WLAN-Anschluss genügt und schon kann das Online-Vergnügen auf dem Fernseher beginnen. Gesteuert wird alles über die Fernbedienung und individuelle Einstellungen und Speichermöglichkeiten (ähnlich der Favoriten beim Browser) erleichtern die Handhabung ebenfalls. Die gleiche Sorgfalt ließ man bei der Auswahl der Kooperationspartner walten, deren Online-Inhalte letztlich auf die Mattscheibe kommen. So hat man sich für aktuelle und fundierte Informationen die Tagesschau, Bild, Eurosport und Bloomberg mit ins Boot geholt. Natürlich wurde auch an die Video-Plattformen gedacht, YouTube und Dailymotion sind ebenso verfügbar wie der der Video-on-Demand-Service Acetrax sowie Musik a la Q-Tom und für engen Kontakt mit Familie und Freunden ist sogar ein Video-Chat per Skype möglich.
Auch der Elektronik-Riese Sony ist auf den Zug der Fernseher mit Internet aufgesprungen und entwickelte seine ganz eigenen Modelle. Und da es gewöhnlich lange dauert, bis sich bei neuen Technologien die Hersteller auf eine gemeinsame Norm einigen, bekam das Online-Fernsehen bei Sony den Namen Sony Internet TV bzw. Sony AppliCast. Möglich ist die neue Technik auf Sony-Geräten aus der Bravia-Serie wie beispielsweise dem V5800 oder dem 100 Hz-Modell E5500.
Die Elektronik-Profis von Sony beschäftigen sich bereits ebenso lange wie andere Hersteller mit dem Thema Internet TV, wurden aber von der Konkurrenz in vielen Aspekten bereits überholt. Noch erinnern die verfügbaren Apps eher an ein Mobiltelefon als an eine multimediale Rundum-Versorgung. So sind es vor allem ein Timer, ein Kalender, die Uhrzeit aller Zeitzonen weltweit und ein RSS – Feedreader, die genutzt werden können. Zwar sind auch die Berliner Philharmoniker, die Deutsche Welle, die Tagesschau, Eurosport und einige Sender der ProSiebenSat.1 Media AG abrufbar, aber Plattformen wie YouTube oder Twitter müssen da noch nachrücken. Für eine optimale Übersicht sorgt bei Sony – auch bei laufenden TV-Betrieb – die so genannte XrossMediaBar, die Icons und Widgets am Bildschirmrand darstellt.
Wenngleich sich die Liste der Partner noch etwas in Grenzen hält, so konnte Sony doch einen der wichtigsten Anbieter gewinnen, denn die Japaner haben sich im Interesse der Zuschauer Anfang 2010 mit dem DFB verbündet. Ähnlich wie beim Konkurrenten Samsung können die Online-Inhalte sowohl über das TV-Gerät oder per Blu-ray Player betrachtet werden.
Ein anderer Elektronik-Riese, der sich an die Produktion von Fernsehern mit Internet gewagt hat, ist die Loewe AG aus Kronach. Auch hier war es den Tüftlern aus Oberfranken wichtig, sich bereits bei der Bezeichnung von den Mitbewerbern abzugrenzen und so laufen die Geräte unter dem Namen Loewe Connect. Aber auch in punkto Design ist man bei Loewe neue Wege gegangen und bietet mit außergewöhnlichen Formen und hochwertiger Optik den Konkurrenten die multimediale Stirn. Die Internet-Fernseher wirken vor allem durch die abgerundeten Seitenränder sehr schlank und die auf ein Minimum reduzierten Frontelemente sorgen für klare Strukturen und eine aufgeräumte Gesamterscheinung. Außerdem sind die Connect-Modelle in Schwarz, Weiß und Silber (jeweils Glanzoptik) erhältlich.
Insgesamt bietet das Unternehmen derzeit fünf Modelle aus der Connect-Reihe an, die eine Diagonale zwischen 56 cm und 106 cm vorzuweisen haben. Alle Geräte verfügen über zwei Tuner (DVB-T, DVB-C) und sind HD ready bzw. HDTV Full. Ferner bringen die Connect-Modelle einige nette Überraschungen wie Bild im Bild (PIP), ein DVB-Radio oder Erweiterungsmöglichkeiten für zwei DVB-S 2-Tuner mit.
Besonders lange und gründlich hat man bei Loewe offensichtlich über die Verschmelzung mit anderen Komponenten und die dadurch erforderlichen Schnittstellen nachgedacht. Immerhin können die Internet-Fernseher per USB an eine fast unbegrenzte Zahl von Geräten (Kamera, Drucker, MP3-Player etc.) angeschlossen werden. Außerdem ist eine digitale Schnittstelle für Audiosignale (In / Out), ein HDMI-Eingang sowie ein YUV-Eingang dabei und mit dem Loewe Network-Mediaplayer kann der Nutzer ganz bequem auf Daten und Informationen aus verschiedenen Quellen (LAN, WLAN, Stromnetz) zugreifen.
Der Wettlauf der Fernsehhersteller um die Gunst der Kunden in Sachen NetTV ist ja bereits seit geraumer Zeit in vollem Gange. Gute Chancen auf einen der vorderen Plätze hat der südkoreanische Elektronik-Riese Samsung, der diese Technologie auf den Namen Internet@TV getauft hat. In Anlehnung an die Internetbezeichnung „Web 2.0“ spricht der Hersteller bei seiner Version des Internet-Fernsehens auch von „Media 2.0“.
Bei Samsung finden sich Fernseher mit Internet unter den Modellen der LE-Serie. Preislich beginnt das Vergnügen bereits ab rund 800,- €, die Obergrenze für derartige Geräte liegt bei ca. 2.300,- €. Bereits an Hand der großen Modellpalette ist zu erkennen, dass Samsung die Zeichen der Zeit bereits frühzeitig erkannt hat. Inzwischen wurde die Internet@TV – Plattform bereits überarbeitet (Frühjahr 2010), so dass die Inhalte nun stabiler, flüssiger und abwechslungsreicher sind. Gerade in puncto Abwechslung sind die Südkoreaner ganz vorne dabei, denn neben Online-Inhalten zum Thema Wetter (AccuWeather) und Information (tagesschau.de) werden vor allem die derzeitigen Unterhaltungsangebote (YouTube, Picasa, Putpat.tv) kontinuierlich erweitert. Sicher wird es nicht lange bei den bisherigen 16 Apps bleiben, denn auch Twitter, Yahoo oder USA Sports Today stehen bereits in den Startlöchern in Richtung Internet@TV.
Zu den Besonderheiten von Samsungs Internet@TV gehört zweifellos der übergreifende Einsatz, denn nicht nur TV-Geräte, sondern auch Blu-ray Player und Blu-ray Heimkinoanlagen können die Apps nutzen. Außerdem sind die Inhalte oftmals nicht nur national oder europäisch, sondern weltweit nutzbar.
Es waren einmal moderne Fernsehgeräte und das weltumspannende Internet mit seinen unzähligen Möglichkeiten. Eines Tages beschlossen beide, sich zusammen zu tun, um die Grenzen des technisch Machbaren zu erweitern. Die Tüftler im Hause Philips verfolgten diese Idee weiter und konnten schließlich im Frühjahr 2009 die ersten Fernseher mit Internet vorstellen.
Nutzbar ist diese Technologie mit allen Geräten der Serien 8.000 und 9.000, der Platzhirsch des Herstellers ist aber der „Cinema 21:9“, der mit einem Seitenverhältnis von 2,35:1 aufwartet. Möglich wird das so genannte NetTV durch die elektronische Aufbereitung der Internetsignale, so dass eine großflächige Darstellung von Bildern und Texten möglich ist.
Inhaltlich sind die Internet-Angebote beim NetTV oftmals auf die Partnerunternehmen beschränkt, mit denen die Gerätehersteller kooperieren. Bei Philips ist das allerdings nicht so. Neben den Inhalten der Partner (ebay, Kicker, YouTube, Bild, oder Kino) können bei einem Philips Fernseher mit Internet alle Inhalte aus dem Web abgerufen werden. Für den herkömmlichen Fernsehempfang verfügen die Philips-Modelle über einen DVB-C – Receiver. Darüber hinaus haben die Entwickler auch einen zusätzlichen Kartenslot gedacht, über den verschlüsselte Sendungen empfangen werden können. Nach Angaben des Herstellers sind außerdem bereits Geräte mit einem integrierten DVB-S-Empfänger in der Entwicklung.